Bettina Nowakowski

Mit Swing in der Stimme und mit sattem Bigband-Sound

Gastspiel von Kai Podack in der Ludwigsburger Musikhalle mit Jazz, Blues und Salsa "Swing ist mein Ding" ist das Tour-Motto von Kai Podack. Mit Swing, Blues und Salsa im satten Bigband-Sound brachte er das Publikum in der Musikhalle am Montagabend überzeugend in Bewegung.

Die Bühne der Musikhalle war fast zu klein für die 18-köpfige Bigband, die mit exzellenten Musikern wie Benny Brown und Ryan Carniaux (Trompete) oder Bruno Castellucci (Schlagzeug) und Frank Eberle (Klavier) prominent besetzt ist. Im ersten Moment fühlte man sich beim Sänger Kai Podack, 28 Jahre jung, leger und unkompliziert, mit Hut und verwaschener Jeans, an Roger Cicero erinnert, vergaß diesen Eindruck aber schnell wieder, denn im Gegensatz zu Cicero schreibt Kai Podack nicht nur seine Songs selbst, sondern wirkte auch wesentlich authentischer und sympathischer in seiner Ausstrahlung. Vom ersten Moment an sprang der Funke auf das - leider - spärliche Publikum über. "Swing ist mein Ding" groovte gleich richtig los und bot einen ersten Eindruck von der ausdrucksstarken und variantenreichen Stimme Podacks. Mit guter Laune und einer sympathischen Zwischenmoderation ging es schwungvoll weiter im Programm. Kai Podack sang melancholisch in dem Song "Wenn die Welt längst schläft" seinen Blues über nächtliche Schlaflosigkeit und wenn man seine Ex vermisst, vertrieb mit einer Reggae-Version die Montagmorgen-Müdigkeit und brachte das Publikum mit einem Salsa-Schnellkurs dazu, zwischen den Stuhlreihen seiner musikalischen Aufforderung "Ich tanze Salsa mit ihr" temperamentvoll zu folgen.
Nachdenklich und emotional die Ballade "Habt Ihr je die Tagesschau gesehn" und mit sattem Blues in der Stimme "Wenn ich heut morgen den Blues nicht hätte", mit Unterstützung von Bruno Castellucci als kongenialer Drummer. Überhaupt überzeugte jeder Solist der Bigband mit erstklassiger Darbietung und großer Spielfreude.
Der gebürtige Calwer Podack sang schon als neunjähriger Aurelius-Sängerknabe in der "Zauberflöte" und verfügt über ein fundiertes Gesangsstudium. Er war Mitglied des Bundesjugendjazzorchesters und der European Masterclass Bigband unter der Leitung von Peter Herbolzheimer, der auch sein Förderer war. Ihm zu Ehren spielte die Bigband "Girl Talk", das Herbolzheimer, der im März 2010 verstarb, arrangierte.
Zum Schluss gab es noch einmal Bigband-Sound in Bestform: mit "Dancin Cheek to Cheek" und "Fly Me To The Moon", als Reminiszenz an Frank Sinatra. Swing ist eindeutig das Ding von Kai Podack und seiner Bigband und dies wurde vom Publikum in Ludwigsburg mit viel Applaus honoriert.