Pressestimmen

Konzert: „Ab sofort ist Swing mein Ding!“

Kai Podack und seine Bigband spielten in Ohligs.

„Mein ganzer Körper schwingt noch nach“, sagt Claudia Vollmer lachend und wippt mit dem rechten Fuß, Peter Heuser schnippt mit der Hand. So „schwungvoll“ verließen die meisten Besucher die Ohligser Festhalle.

Geladen hatte der Sänger und Komponist Kai Podack. Der Name seines Albums und seiner Tour „Swing ist mein Ding“ verspricht nicht zu viel, denn während des gesamten Programms ist alles in Bewegung. Der 28-jährige Podack hat sich bereits ein beachtliches Ansehen in der Swing- und Jazz-Szene erarbeitet. Er schreibt seine deutschsprachigen Songs selbst, und der Stil seiner Titel reicht von Swing und Soul bis zu Reggae und Latin. Begleitet wird er von einer hervorragenden Bigband, die aus 18 Musikern von internationalem Ruf besteht.

„Musik bedeutet alles für mich,“ erzählt Podack im ST-Interview. „Ich reflektiere mein Leben in meinen Liedern. Meine Musik handelt vom Glück auf eine wilde Art und Weise.“ So kommt er auch auf der Bühne rüber: salopper Hut, abgetragene Jeans und legerer Schal. Seine Lieder sind authentisch und unterscheiden sich wohltuend von nachgesungener Dutzendware. Podack tanzt in seiner eigenen, zappeligen Art und brilliert im Jazz-typischen Scat-Gesang. Mit seiner charismatischen Art zieht er die Zuschauer in seinen Bann.

Die Bandbreite seiner Songs ist breit gefächert: sozialkritisch, nachdenklich. Spätestens wenn Podack Salsa-Unterricht für das Publikum gibt, beginnt der ganze Saal zu tanzen. Die Vorband „Restrepo“, die Podack auf seiner Tournee begleitet, hat an diesem Abend ein Heimspiel.

Der Solinger Sänger Marco Matias, der durch die Casting-Show „Die deutsche Stimme“ bekannt wurde, brachte Stimmung in die Festhalle. Der Portugiese sowie die beiden Kolumbianer Juan Restrepo, Gitarre, und Rodrigo Villalón am Cajón begeisterten mit einer Mischung aus Lounge-, Latin- und Akustik-Musik. „Es war ein toller Abend“, sagte Claudia Breuer. „Ab sofort ist Swing auch mein Ding!“

Originalartikel

Mit Hut, Jazz, Pop und Reggae eingeheizt

Kai Podack und Big Band machten Station in Neumarkt — Auch die Vorband punktete

Von Jazz über Pop bis Reggae: Kai Podack hat‘s drauf.

Tolles Konzert im Reitstadel: Kai Podack und seine fantastische Big-Band ließen es mit Jazz-, Poparrangements und ein wenig Reggae ordentlich krachen. Einziger Wermutstropfen: Viele Plätze im Publikum blieben leer.

 Zu Beginn des Konzerts wartete auf den Zuhörer gleich eine kleine Überraschung: Die Vorband „Restrepo y Marco Matias“ sorgte mit Latin-Pop für gute Stimmung. Die drei Musiker boten selbst geschriebene, spanische Songs, die eingängig und abwechslungsreich das Publikum begeisterten, dar. Die Grundlage dieser guten Musik bildeten ein Percussionist am Cajon und ein wirklich hervorragender Gitarrist. Und auch die Stimme des Frontmanns passte perfekt zu dem Genre der Band.

Lässig auf Solo-Tour

Nach dieser schwungvollen Einleitung betraten Kai Podack und seine 18 Musiker – eine volle Big-Band-Besetzung — die Bühne. „Allesamt sind ganz besondere Musiker“, stellte Podack seine Band vor. Die haben schon mit Jan Delay oder Sarah Connor zusammengearbeitet. Und auch Kai Podack selbst kann auf eine beachtliche Karriere zurückblicken: Der 28-jährige Sänger hat schon viele bedeutende Preise eingeheimst und unterrichtet seit 2009 im Auftrag des BundesJugendJazz-Orchesters.

In lässigem Outfit mit Hut („Die coolsten Künstler haben alle einen Hut auf“) präsentierte er bei seiner ersten Solo-Tour das Programm „Swing ist mein Ding“. Am musikalischen Niveau der Musiker zweifelte wohl von Anfang an niemand; diesem Anspruch genügten auch alle ausnahmslos. Podack bearbeitete für sein Programm beispielsweise Hits von Frank Sinatra, die er auf Deutsch übersetzte, schrieb aber auch eigene Songs.

„Habt ihr je die Tagesschau gesehen und Bilder von Kindern, die zwischen Müllbergen spielen?“, heißt es da zum Beispiel. Insgesamt wirklich tolle Musik, oftmals auch mit sinnigen Inhalten. Da kam fast schon Jazz-Club-Feeling im Reitstadel auf. Schade nur: Die Einwürfe der Bläser waren oft sehr laut und der Text nur schwer verständlich.

Tom Bullmann

Kai Podack im Blue Note

Der Traum vom Big Band Swing

Osnabrück. Vor 14 Jahren sang er mit glockenklarer Knabenstimme vom „Heidenröslein“. Heute singt Kai Podack ein paar Register tiefer von Männern und Frauen: „Was ist das für ein geiler Scheiß, Baby, du bist megaheiß“, singt er jetzt, begleitet von einer ausgewachsenen Big Band. Im Blue Note lud der 28-jährige Sänger zur Premiere eines engagierten Projekts, mit dem er sich den Traum von einer eigenen Big Band erfüllt. So drängen sich vier Trompeter, vier Posaunisten, fünf Saxofonisten und eine fünfköpfige Rhythmusgruppe auf der Bühne. Sie erzeugen das fulminante Klangbett für den Sänger Kai Podack, der mit seiner legeren Art offenbar einen Gegenentwurf zu Kollegen wie Roger Cicero abliefern will. Graue Strickmütze und abgetragene Jeans statt Hut und Anzug – das scheint die Devise zu sein. Und im Unterschied zu Cicero oder Tom Gäbel schreibt Podack die meisten Lieder samt Texten selbst. Wenn er von seinem Spaß erzählt, den er montagmorgens beim Unterrichten von Kindern hat, lässt er seine großformatige Begleitband einen Reggae intonieren: Zu lässigen Upbeats singt Podack davon, dass es zwar hart ist, montags früh aufstehen zu müssen, doch dass er für die Mühe spätestens entlohnt wird, wenn er mit den Kids Songs von Lady Gaga und Abba einstudiert. Danach schaltet der Sänger auf Salsa um: Er fordert das Publikum auf, sich zu erheben, erklimmt selbst einen Hocker. Dort demonstriert er eine kompakte Salsa-Schrittfolge, und der ganze Saal beginnt, zu den flotten Rhythmen eines kolumbianischen Percussionisten zu tanzen: „Ich tanze Salsa mit ihr…“ Aber Podack kann auch anders. Sein kritischer Song „Habt ihr je die Tagesschau gesehn?“ wird sich sicherlich gut in jeder Spendengala machen, wie sie im Fernsehen gerade zur Jahreswende Konjunktur haben. Ansonsten gedenkt er mit seiner Musik vieler Vorbilder: Frank Sinatra, Toots Thielemann, dessen Schlagzeuger Bruno Castellucci in seiner Band trommelt, sowie des im letzten Jahr verstorbenen Peter Herbolzheimer, den Podack zu seinen Förderern zählt. Leider wird die Premiere des Programms „Swing ist mein Ding“ von der heftigen Erkältung des Sängers überschattet, der nur nach Einnahme von Medikamenten die Bühne betreten kann. Aber solche Dinge gehen vorbei oder lassen sich ändern. Also kann für Kai Podack in diesem Jahr alles nur besser werden.

Gebhardt

Der Titel der Show hätte besser nicht gewählt werden können. „Swing ist mein Ding“ lautete des Konzertabends, der am Mittwoch die Besucher in der Stadthalle begeisterte. Dass Swing sein, also Kai Podacks Ding ist, das wurde schnell deutlich.

Dass Swing Kai Podacks Ding ist, das wurde schnell deutlich. Denn der 28-Jährige, der da mit seinen Musikern auftrat, bewies nicht nur, dass jazzige Klänge und Töne sein Ding sind – er lebte sie von Song zu Song. Aber auch die zweite Hälfte des Programmnamens traf den Nagel auf den Kopf. Von „Kai Podack und seiner fantastischen Bigband“ war da im Vorfeld zu lesen. Und die Damen und Herren, die da im Hintergrund spielten, sie trugen den Sänger, dem seine Leidenschaft biografisch betrachtet fast in die Wiege gelegt worden ist. Von Kindheit an hat er gesungen und ist seinen musikalischen Weg gegangen. Vom Kinderchor über die Studium „Jazz und Popularmusik“ bis hin großen Tour, die ihn mit seiner Bigband jetzt auch in die Hellwegstadt zog. Zunächst sei aber auch auf die Vorband „Restrepo“ hingewiesen, die den Besuchern in der Stadthalle mit einigen Liedern die nasskalte Stimmung, die Winter und Herbst in diesen Tagen so konfus mischt, auszutreiben verstand. Spanische Rhythmen und lateinamerikanisches Liedgut heizten den Reihen im wahrsten Sinne des Wortes ein. Das Konzert hätte mehr Publikum verdient, keine Frage. Die Besucher aber, die den Weg zur Gänsevöhde gefunden hatten, wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Mit seinen Liedern wusste Kai Podack zu überzeugen. Was nicht nur an der hervorragenden Bigband lag, sondern auch an den Songtexten, die den Alltag mit all seinen Facetten widerspiegelte. Von Sport, Freundschaft, Liebeskummer, Idolen, Ortschaften, Ungerechtigkeiten und Salsa sang der 28-Jährige, der melancholische Beiträge ebenso beherrschte wie stimmungsvolle Gute-Laune-Songs. Bewohner und Mitarbeiter aus Ostuffeln waren im Vorfeld eingeladen worden. Eine tolle Geste der Musiker.

Von Daniel Krummacher

Calw. Osnabrück, Karlsruhe, Mannheim – so lesen sich die Stationen auf Kai Podacks laufender Deutschland-Tournee "Swing ist mein Ding". Am Samstagabend gastierte der gebürtige Calwer mit seiner Big Band nun in der Aula.

Das Heimspiel stellte sich für den sichtlich bewegten Sänger als das vielleicht emotionalste Konzert der Rundreise heraus. Nur eines fehlt Podack nach eigenem Bekunden jetzt noch zum vollkommenen Glück.

Seine Familie, viele Freunde und alte Weggefährten waren gekommen, dazu eine große Zahl Swing-Begeisterter oder Jazz-Liebhaber. So war es kein Wunder, dass Marco Matías, Frontsänger der Gruppe "Restrepo", ein ausverkauftes Haus vermeldeten konnte.

Als Vorband kam dem Portugiesen sowie den beiden Kolumbianern Juan Restrepo (Gitarre) und Rodrigo Villalón am Cajón die Aufgabe zu, das Auditorium in Stimmung zu bringen. Dass ihnen dies mit einer Mischung aus Lounge-, Latin- und Acoustic-Musik beim Big Band-Publikum gelang, war so nicht zu erwarten. Der iberoamerikanische Pop mit viel Atmosphäre machte Lust auf mehr.

Dann schlug Podacks Stunde: Unter donnerndem Applaus betrat er die Bühne, ungläubig den Kopf schüttelnd, stammelte ein betont schüchternes "Hallo, ich bin der Kai", und schon ging es schnurstracks in den Album-Titel "Swing ist mein Ding". Die klassisch besetzte, internationale 18-köpfige Big Band sorgte für einen harmonischen, vollen Klangteppich, Podack artikulierte den selbst geschriebenen, heiteren Text klar, er tanzte in seiner ihm eigenen, zappeligen, ungeduldigen Art, brillierte im Jazz-typischen Scat-Gesang und er intonierte die Lied-Melodie meisterlich.

Sofort wurde klar, dass es der einstige Aurelius-Sängerknabe und Zauberflötensolist nicht von Ungefähr zum Jazz-Tenor mit Hochschul-Abschluss gebracht hat, der sich auch vortrefflich aufs Komponieren versteht. Seine helle Stimme krönte den satten Orchesterklang und hauchte den zumeist unbeschwerten, bisweilen harmlosen und manchmal frechen Texten etwas jugendlich Lebendiges ein. Das galt für "Männersport" ebenso wie für die Sinatra-Adaption "In the Wee Small Hours". Wer überdies die Big Band derart im Griff hat, dass sie schon auf die kleinste Geste präzise reagiert und den Sänger trotz großer Besetzung zu keinem Zeitpunkt übertönt, verdient das Prädikat "souverän und professionell".

Dass dieses musikalisch über jeden Zweifel erhabene Konzert darüber hinaus ein für Podack sehr emotionales wurde, lag in der Folge weniger an dem bald schmonzettenhaften Frieden-für-die-Welt-Stück "Habt ihr je die Tagesschau gesehn" oder an der Ballade "Alles Glück der Welt". Vielmehr hatte es mit dem Publikum zu tun. Um es mit Podack zu sagen: "Was ist das für ein geiler Scheiß?!"

Die Herzlichkeit und Begeisterung, mit denen die Calwer den zuvorderst authentischen Auftritt des Wahl-Kölners begleiteten, berührten den 28-jährigen sichtlich. Auf den Reggae "Montags Früh" reagierten die Besucher mit wippenden Köpfen, sie ließen sich von ihm zu ausgelassenem Salsa hinreißen, sie quittierten nahezu jedes Stück mit frenetischem Applaus und forderten am Ende ganze drei Zugaben. Wie Podack in "Egal ob in NY ..." treffend konstatiert: "Da wo deine Freunde sind, taucht das Glück ganz von alleine auf!"

Was ihm indes zum vollkommenen Glück noch fehlt, machte er augenzwinkernd im letzten regulären Stück deutlich: "Ich brauch ne Frau".

Kai Podack liebt den Swing

Der Musiker tanzte auch Salsa

Kai Podack ist ein echtes Gesangstalent.

Musik war schon immer sein Ding. Zweimal konnte der Musiker Kai Podack den 1. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ mit seinem außergewöhnlichen Gesangstalent gewinnen. Am Samstagabend spielte er mit seiner eigenen Big Band im Reistadel. Sogar Musiker, die sonst bei Dieter Bohlens DSDS oder Jan Delay spielen, konnte der junge Musiker für sich gewinnen.
Das Publikum hatte dabei nicht nur beim Zuhören einigen Spaß: Kai Podack gab auch eine kleine Tanzstunde in Sachen Salsa.

von Anken Bohnhorst-Vollmer

Melancholie und Ironie

Kai Podack und seine Big-Band machten richtig Spaß – bis auf die Lautstärke

Limburg. Mit unterhaltsamem Swing, Blues und Salsa im Big-Band-Sound präsentierten sich Sänger Kai Podack und ein furchteinflößend lautes Ensemble in der Stadthalle. «Swing ist mein Ding», lautete das eindrucksvolle Programm. Die Akustik im kleinen Saal der Stadthalle konnte mit dem großen Big-Band-Sound leider nicht mithalten.

Eine ausgewachsene und spielfreudige Big-Band im kleinen Saal der Stadthalle auftreten zu lassen, ist in etwa so sinnvoll, wie einen Schuhkarton durch den schmalen Schlitz eines Briefkastens zu zwängen. Es funktioniert irgendwie durch brachiales Pressen, aber richtig gut ist es für den Inhalt nicht. Das mussten jetzt Swing-Sänger Kai Podack und seine fantastische Big-Band erfahren und die zahlreichen Zuhörer erleiden. Denn der Blechbläser-Sound dieses Ensembles etwa knallte so laut, dass Bass und Gitarre allenfalls optisch beeindruckten und der hervorragende Pianist lediglich bei seinen Soli zu bestaunen war. Zu hören waren die einzelnen Stimmen nicht – leider auch die von Sänger Kai Podack nur mühsam.

Überzeugende Stimme

Das war deshalb besonders schade, weil dieser junge Mann eine Stimme mit unglaublich modulierfähigem Timbre hat. Mal klingt er kratzig, fast so, als wäre er einer der letzten Protestbarden der 1970er-Jahre. Dann wieder singt er samtweich und romantisch seine Hymnen ans Leben und an die Liebe. Und weil bei seinem Konzert im akustischen Streichholzschachtelformat kein Raum für Nuancen war, rief Kai Podack seine Botschaft dann auch gleich seinem Publikum zu. «Ich brauch ‘ne Frau», ist die Message des Abends und der Titel eines bluesigen Liedes über Sehnsucht, Hoffnung und Illusion. Mit unerwiderter Liebe und deren Vertonung scheint sich der Künstler auszukennen. Da schwingt und swingt so viel Melancholie in «Wenn ich den Blues nicht hätt‘» oder «Alles Glück der Welt», dass man ihn fast damit trösten möchte, dass die Musik immerhin schon mal romantisch ist. Ein bisschen feuriger darf‘s ohnehin sein. Denn mit «Ich tanze Salsa mit dir» haben die Musiker einen echten Party-Kracher im Programm. Da wird das Temperament der Zuhörer derart entfesselt, dass sie sich rasch von Kai Podack in die Grundschritttechnik des Salsa einführen lassen und begeistert mittanzen.

Bitte in den großen Saal

Es gibt aber auch eine ironische Seite bei Kai Podacks Musik und Texten, etwa wenn es um «Männersport» geht und darum, ob es dem Bewegungsdrang schon genügt, «zuzuschau‘n, wenn sich erwachsene Männer auf die Fresse hau‘n». Das erinnert stark an Reinhard Fendrichs musikalische Impressionen über das «Ski-foahrn»: Sport ist gesund, solange er im Fernsehen betrieben wird. Das gilt für österreichisch wie für hochdeutsch singende Künstler gleichermaßen. Richtig nachdenklich aber wird Kai Podack bei «Habt ihr je die Tagesschau geseh‘n». Das ist eine Ballade gegen Egoismus in der Welt und für das Privileg, den Ärmeren helfen zu dürfen. Nun ja. Ob da sanftes musikalisches Wachrütteln etwas bewirkt, bleibt fraglich. So ganz überzeugend wirkt dieser Vortrag allerdings nicht, weil der Jungmeister des Swings mehr wie eine Frohnatur denn als Bedenkenträger wirkt. Auf jeden Fall sollte man Kai Podack und seiner Big Band beim nächsten Mal den großen Saal der Stadthalle aufsperren. Diese Formation hat es verdient.

Bettina Nowakowski

Mit Swing in der Stimme und mit sattem Bigband-Sound

Gastspiel von Kai Podack in der Ludwigsburger Musikhalle mit Jazz, Blues und Salsa "Swing ist mein Ding" ist das Tour-Motto von Kai Podack. Mit Swing, Blues und Salsa im satten Bigband-Sound brachte er das Publikum in der Musikhalle am Montagabend überzeugend in Bewegung.

Die Bühne der Musikhalle war fast zu klein für die 18-köpfige Bigband, die mit exzellenten Musikern wie Benny Brown und Ryan Carniaux (Trompete) oder Bruno Castellucci (Schlagzeug) und Frank Eberle (Klavier) prominent besetzt ist. Im ersten Moment fühlte man sich beim Sänger Kai Podack, 28 Jahre jung, leger und unkompliziert, mit Hut und verwaschener Jeans, an Roger Cicero erinnert, vergaß diesen Eindruck aber schnell wieder, denn im Gegensatz zu Cicero schreibt Kai Podack nicht nur seine Songs selbst, sondern wirkte auch wesentlich authentischer und sympathischer in seiner Ausstrahlung. Vom ersten Moment an sprang der Funke auf das - leider - spärliche Publikum über. "Swing ist mein Ding" groovte gleich richtig los und bot einen ersten Eindruck von der ausdrucksstarken und variantenreichen Stimme Podacks. Mit guter Laune und einer sympathischen Zwischenmoderation ging es schwungvoll weiter im Programm. Kai Podack sang melancholisch in dem Song "Wenn die Welt längst schläft" seinen Blues über nächtliche Schlaflosigkeit und wenn man seine Ex vermisst, vertrieb mit einer Reggae-Version die Montagmorgen-Müdigkeit und brachte das Publikum mit einem Salsa-Schnellkurs dazu, zwischen den Stuhlreihen seiner musikalischen Aufforderung "Ich tanze Salsa mit ihr" temperamentvoll zu folgen.
Nachdenklich und emotional die Ballade "Habt Ihr je die Tagesschau gesehn" und mit sattem Blues in der Stimme "Wenn ich heut morgen den Blues nicht hätte", mit Unterstützung von Bruno Castellucci als kongenialer Drummer. Überhaupt überzeugte jeder Solist der Bigband mit erstklassiger Darbietung und großer Spielfreude.
Der gebürtige Calwer Podack sang schon als neunjähriger Aurelius-Sängerknabe in der "Zauberflöte" und verfügt über ein fundiertes Gesangsstudium. Er war Mitglied des Bundesjugendjazzorchesters und der European Masterclass Bigband unter der Leitung von Peter Herbolzheimer, der auch sein Förderer war. Ihm zu Ehren spielte die Bigband "Girl Talk", das Herbolzheimer, der im März 2010 verstarb, arrangierte.
Zum Schluss gab es noch einmal Bigband-Sound in Bestform: mit "Dancin Cheek to Cheek" und "Fly Me To The Moon", als Reminiszenz an Frank Sinatra. Swing ist eindeutig das Ding von Kai Podack und seiner Bigband und dies wurde vom Publikum in Ludwigsburg mit viel Applaus honoriert.